Air Berlin verkommt zur fliegenden Pommesbude

Dieses Thema im Forum "Airberlin" wurde erstellt von cybermailer, 24. Mai 2009.

  1. cybermailer

    cybermailer Pilot

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    Wie ich nun auf der Mittelstrecke erfahren durfte, DUS - LPA, arbeitet AB seit dem 01.05.09 an seinem neuem Image als fliegende Pommesbude.

    Das übliche Menü auf solchen Strecken (Pasta oder Chicken) wurde abgeschafft, was ja nicht unbedingt nachteilig sein muß, und durch Baguette oder Bagel mit Käse, Pute und Lachs (ist aber meist aus) ersetzt. Soweit, sogut.

    Zusätzlich werden nun warme Gerichte aus der berühmten "Sansibar auf Sylt" angeboten, zumindest wird es so über Lautsprecher beworben. Hühnchen Masala, Hähnchen Cajun, Irgendwas Pastaartiges, und, die gute alte Currywurst mit stylischer Holzgabel, im Volksmund auch "CurryKing" genannt. Auf dem Hinflug gabs die sogar mit Pommes aus dem Heißluftofen. Das Hühnchengedöns gibt es für knapp 10€ und den CurryKing für schlappe 6,50€ (ohne Pommes). Für die Kleinen gibt dann noch irgendso einen McNuggets-Verschnitt.

    Na und, werden jetzt einige sagen, wen interessierts? Man muß es ja nicht bestellen! Richtig! Nur waren 7 der 9 Flugbegleiter im A330 nun damit beschäftigt, das Zusatzessen an den Mann bzw. die Frau zu bringen, während die letzten beiden müden Krieger, 390 Paxe mit "dem Nötigsten", wie Getränke, versorgen. Man konnte den Eindruck gewinnen, da schwärmt eine Drückerkollonne aus. Notiert werden die Bestellungen dann auf "Schmierzetteln" der einzelnen Flugbegleiter, was natürlich bei der Auslieferung zwangsläufig zu Verwechselungen führt.

    Die Zubereitung erfolgt aufgrund mangelnder Ressourcen dann in kleinen Mengen, die dann wiederum durch hektisch umherlaufende Flugbegleiter an den Gast gebracht werden müssen. Dazu muß der eigentliche Service natürlich immer wieder unterbrochen werden, da der Getränkewagen natürlich im Weg steht.

    Anschließend müssen dann noch 390 Leute mit Duty-Free-Artikeln zwangsbeglückt werden, während deren Verkauf dann auch, die verzehrten Currywürste und Spirituosen abgerechnet werden. Natürlich von Fugbegleitern, die kein Wechselgeld vorrätig haben und nicht mehr genau nachvollziehen können, wer was gegessen und getrunken hat. Dazu ertönt dann die Durchsage, das auch US-Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Macht ja auch Sinn, auf einem Flug nach Gran Canaria.

    Ganz am Ende des Ganges sieht man dann wieder die beiden Einzelkämpfer, die zumindest Versuchen, ein zweites Getränk auf diesem gut vier stündigen Flug an den Fluggast zu bringen. Dies gelingt zwar, wenn auch nur knapp vor der Landung, wenn Sie nicht noch ihre 7 Kollegen mit zollfreien Waren und Wechselgeld versorgen müssen.

    Interessant anzusehen war dieses Chaos allemal, aber das müssen schon helle Köpfe in den Chefetagen sein, die mit diesen "Konzepten" um Kunden werben und ihr Unternehmen für die Zukunft flott machen wollen.
     
  2. corjam

    corjam Bronze Member

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    Ich denke, da hat nicht airberlin, sondern der Purser irgendetwas nicht im Griff. Chaos entsteht ja entweder, weil die Prozesse nicht stimmen oder nicht festgelegt sind oder aber einfach, weil sich niemand daran hält. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich bei einer Airline niemand im Vorfeld darüber Gedanken gemacht hat. Aber manche Dinge erfährt man offensichtlich fast ausschließlich mit deutschem Personal. Auch bei LH ist ja in der Eco andauernd der Saft alle oder irgendetwas anderes wird von Flugbegleiter zu Flugbegleiter gereicht. Habe ich bei asiatischen Linien noch nie erlebt.

    Thomas
     
  3. aIbert

    aIbert Bronze Member

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    ich kann nur bestätigen, dass der service aufgrund der currywürste und des dutyfree verkaufs teilweise einen recht unkoordinierten eindruck macht - auch schon auf kurzstrecke, zB nach PMI. gerade das kassieren klappt oft garnicht, weil die FB kein wechselgeld haben oder KK geräte nicht reibungslos funktionieren...
     
  4. aviator

    aviator Platinum Member

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    Dann scheinen Sie noch nicht viel in Asien gereist zu sein. Ich lebe dort und kann es fast taeglich beobachten, egal ob in DXB, BOM, DEL, CCU, BKK, oder HKG etc. . :twisted:
     
  5. magomueller

    magomueller Silver Member

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    Besser im Chaos eine Currywurst kaufen als die Pappe essen die kostenlos angeboten wird!

    Wir bestellen das Essen immer, dann läuft die Bezahlung gleich über die Kreditkarte und das Essen ist Garantiert!

    Besserer service Als LH Eco!
     
  6. cybermailer

    cybermailer Pilot

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    Na solche pflegeleichten Kunden wünscht sich doch jeder Unternehmer. Anstatt bestmöglichen Service für den verlangten Ticketpreis bieten zu müssen, erziehe ich mir Kundschaft so, dass sie, auf den ungenießbaren Fraß, den ich ihnen "kostenlos" biete, ganz verzichten und mir sogar noch dankbar meine überteuerten CurryKings aus den Händen reißen.

    Somit trägt schlechter Service am Ende sogar noch zum Geschäfterfolg bei. Wahnsinn, oder?
     
  7. TilmanG

    TilmanG Silver Member

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    Vermutlich ist es gewollt, daß man, um überhaupt ein Essen, das den Namen verdient zu bekommen, sich etwas aus den kostenpflichtigen Bord-'Menüs' bestellt.
    Wobei die 'Menü'preise auch schon jenseits von Gut und Böse sind. Preis-Leistungsverhältnis ungenügend!
    Die Bagel-Pappe andererseits ist wirklich ungenießbar...
     
  8. magomueller

    magomueller Silver Member

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    Na solche pflegeleichten Kunden wünscht sich doch jeder Unternehmer. Anstatt bestmöglichen Service für den verlangten Ticketpreis bieten zu müssen, erziehe ich mir Kundschaft so, dass sie, auf den ungenießbaren Fraß, den ich ihnen "kostenlos" biete, ganz verzichten und mir sogar noch dankbar meine überteuerten CurryKings aus den Händen reißen.

    Somit trägt schlechter Service am Ende sogar noch zum Geschäfterfolg bei. Wahnsinn, oder?[/quote]


    Wenn man solche Ansprüche stellt, muss man auch bereit sein dafür einen entsprechenden Ticket-Preis zu zahlen!

    Alles immer nur auf lau und das vom feinsten klappt nicht!

    Arbeitest du eigentlich Umsonst, oder was hast Du gegen Geschäfterfolg?
     
  9. cybermailer

    cybermailer Pilot

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    Hallo magomueller,

    Was genau meinst du denn mit "solchen Ansprüchen" und "auf lau"? Außerdem war hier bisher vom Ticketpreis, besser gesagt der Höhe des Ticketpreise, noch gar nicht die Rede. Ich bin aber sicher, dass du dieses Argument anführst, ohne überhaupt den Ticketpreis zu kennen. Aber schließlich wird AB ja auch als sogenannter "Billigflieger" beworben.
     
  10. miles-and-points

    miles-and-points Nach Verwarnungen dauerhaft verreist
    (User ist permanent gesperrt)

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    Hier im Vielfliegerforum - wie man an diesem eigenen AB-Bereich sieht - aber nicht. :idea:
    Stimmt - angesichts der dortigen "Durchschnittspreise" - ja auch längst nicht mehr. :roll:
     
  11. cybermailer

    cybermailer Pilot

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    Das scheint aber bei dem guten magomueller noch nicht angekommen zu sein, wenn er assoziiert, dass man für das was man dort bezahlt, keinen vernünftigen Service erwarten kann.
     
  12. flyingfokker

    flyingfokker Pilot

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    Guten Morgen,
    also ich kann dem Autor nur beipflichten, ich hatte ueber Pfingsten dass Vergnuegen mit AB nach PMI und zurueck zu fliegen und der Service war echt chaotisch.
    Auf dem Hinflug hat sich dass Personal selbst im Weg gestanden beim normalen Getraenke Service und dem austeilen der "Wahlmenues". Es ging immer wieder Caddy vorwärts, Caddy Rueckwaerts. Ein Flugbegleiter mit 2 Tabletts aus Galley zum Platz, dann Liste kramen und wieder hin und zurueck weil was falsch war; etc....
    Der ganze Service hat so lange gedauert (A321) dass der Bordverkauf nach einem gefuehlten Viertel der Kabine abgebrochen werden musste und nur noch schnell hastig fuer die ueberteuerten und geschmacklich unterirdischen (Penne ; bzw. Lasagne) abkassiert werden konnte.
    Auf dem Rueckflug gestern abend mit einem A330 (voll) bekamen wir zwar schnell unser essen (wieder unterirdisch ein bisschen Gemuese und trockener Reis) und die Getraenke dann 15 Minuten später da der rechte Gang von der Crew als Liefergang fuer die Essen in der Maschine genutzt wurde und so der Getraenke wagen nicht losziehen konnte.
    Auch hier wieder fruehzeitiger Abbruch des Bordservices weil die Zeit ausging.
    Noch eine Bemerkung zum Pappdeckel Sandwich; ist sicherlich nicht ueberragend (LH Sandwich aber auch nicht) aber wenn man sich den Preis des Wahlessens und die gelieferte Quali anschaut sind selbst die belegten Baguettes auf dem Flughafen sicherlich geschmacklich eine Offenbarung und preislich ein Schnäppchen.
    Fazit: AB sollte dringend am Servicekonzept und der Quali der Sondermenues arbeiten..
    Gruss
    Marcus
     
  13. chickenorbeef

    chickenorbeef Lotse

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    Kann ich ebenfalls nur zustimmen. Gestern fragte die Stewardess mich 3 x, was ich trinken möchte, doch bevor ich antworten konnte, kam der Kollege jeweils dazwischen und forderte noch eine vergessene Currywurst ein. Die Krönung war, dass diese laut Aussage der Bestellerin dann so heiß gemacht wurde, dass das Plastik geschmolzen war und eine Einheit mit der Currysauce bildete...

    Vielleicht eine gute Idee diese Kooperation mit der Sansibar, die Umsetzung jedoch geht gar nicht. Dann doch lieber den klassischen Papp-Sandwich!
     
  14. cybermailer

    cybermailer Pilot

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    Was viel schlimmer ist als diese sprichwörtliche Currywurst, ist der Trend, der da eingeschlagen wird. In dieser Form stimmen Aufwand und Nutzen nicht, und das Ganze geht zu Lasten der gesamten Kundschaft. Dann sollen sie unterschiedliche Buchungsklassen einführen, aber nicht durch diese lächerlichen Menüs die ganze Maschine wuschig machen.
     
  15. somkiat

    somkiat Diamond Member

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    cybermailer , meinen verbindlich Dank für deine großartige Schilderung eines bizarren Flugereignisses . sehr sehr schön , vor allem das mit den US Dollar .

    Ich sehe dies alles in Zusamenhang mit dem verzweifelten Bemühen der Luftfahrtbranche , auf Deubel komm raus irgendwo Geld zu schnitzen . Ich hoffe du hast mein Fundamentalwerk über die Folgen von telefonischen Umbuchungen bei Germanwings nicht nur gelesen sondern auch auswendig gelernt .

    Das mit dem Sansibar - Branding kommt daher weil der Hunold ein Freund vom dem Seckler ist , und der Seckler ist der Betreiber der Sansibar und gleichzeitig Initiator eines der gigantischsten Betrugsmanöver der Neuzeit , bestehend aus der Vermarktung des Begriffes Sansibar . Daß dieser Mumpitz jetzt bei der Air Berlin angekommen zu sein scheint ist ein schlechtes Zeichen . Kann man da nicht die Fluganstalt für Bundessicherung oder die Sicherungsanstalt für Bundesflüge einschalten , die können dann doch die Air Berlin oder den Einflug nach Nordrhein-Westfalen verbieten wenn ich mich nicht sehr täusche .
     
  16. xxt

    xxt Pilot

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    Ich bin neulich das erste Mal Air Berlin geflogen. Von Alicante nach Frankfurt. Hat mir vom Komfort her mehr zugesagt als der Hinflug Eco via Barcelona mit LH und SpanAir. Das Brötchen war besser (bei LH gibt es ja neuerdings nur noch Käsebrote, zumindest auf den kürzeren Strecken), Getränke wurden 2x serviert, der Flieger war neuer und zumindest der gefühlte Sitzabstand größer. Da hilft es viel, das AB das Boardmagazin und die anderen Sachen relativ weit oben angebracht hat und nicht vor dem Knie, wo die Sachen den Platz noch weiter einschränken.

    Als dann aber auf dem AB Flug dann plötzlich der Pilot die bestellbaren Sansibar Menues runterrasselte, kam mir das schon sehr komisch vor.
     
  17. DanielaDK

    DanielaDK Silver Member

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    Die Seatpockets sind bei AB auch nur bei den neuen Recaro-Sitzen im A320 "oben" angebracht.
     
  18. kaninchen

    kaninchen Gold Member

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    Schade,schade.Air Berlin war stets für den besonders guten Bordservice bekannt.Gerade was das Catering betraf.Und gerade auf den touristischen Strecken wie z.B.ALC,PMI,etc..Schade,dass man anscheinend jetzt auf den Trend des Sparens auf Kosten des Services und der Qualität aufgesprungen ist. :roll:
     
  19. Schieri

    Schieri Pilot

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    Hallo,

    meine Frau und ich sind am 23.05.09 von DUS nach Valencia mit LH-Cityline (ausführend durch Eurowings) Canadair 200 und zurück mit LH-Cityline
    Canadair 700 geflogen. Hinflug war ok. Es gab Pasta (kleine Portion) und 2x Getränkeservice incl. alkoholischer Getränke und zurück gabe es
    Hähnchenbrustfilet mit Reis und Möhren/Bohnen) ebenfalls kleine Porion. Sowie jeweils ein Brötchen mit Butter und 2x Getränkeservice incl. Alkohol.
    Auf dem Rückflug wurde dann noch 2 kleine "Schweinsohren" (Blätterteig) gereicht. Mit dem Service sowie der Motivation der Flugbegleiter waren wir
    absolut zufrieden. Die Sitze vielleicht ein klein wenig schmal aber der Sitzabstand absolut ok.

    Lg
    Fürgen
     
  20. supialexi

    supialexi Gold Member

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    Wenn es um Service und Preise bezüglich Essen und Trinken in der Luft geht, dann sollte man vielleicht mal Vergleiche mit der Bahn ziehen!

    Klar war es jahrelang bei Flügen etwas anderes, und der Service, dass heisst die Freundlchkeit, das Angebot und vor allen die Kostenlosigkeit, war eine Selbstverständlchkeit.

    Nun ist aber schon länger ein massiver Preisverfall eingetreten. Teilweise sind ist die Hälfte der damaligen Ticketpreise und das bei stark gestiegenen Kosten, heute Usus.

    Mir ist unverständlich, dass man grundsätzlich bei einem Flug diese ausserordentlich, diese sonst überall ungewöhlichen Leistungen, immer noch für sich reklamiert. Billigflieger, das ist ja bekannt, verlangen für alles etwas und da weiss das auch jeder.
    Das Air Berlin zwar auch ein Preisgünstiger Anbieter ist, dieser aber überhaupt nicht in die Kategorie deren die heute mit "Billigflieger" bezeichnet werden, passt, ist klar.

    Da ist einfach die Frage, ob man das vorher wissen konnte!

    Was wird denn erwartet?
    Ein kostenloses 3 Gänge Menü inkl. einer ständig nebenstehenden , und bereiten Bedienung? Die dazu noch alle Getränkewünsche von der Augen abliest?

    Man mag den Anspruch auf ein warmes Essen haben. Aber wenn dann schon wieder für ein wohl Vollmenü über einen preis von 9,90 oder für eine Currywurst von 6,50 dermasen gemotzt wird, dann muss sich der Eindruck aufdrängen, das nicht mit korrekten Erwartungen geflogen wird, zu diesen Preisen!


    Im Zug, wo der Aufwand zur Lagerung und zur Vorbereitung eher niedriger ist, wird der Preis nicht wesentlich niedriger sein und die Qualität vergleichbar.

    Und wieso Pommesbude, war doch ohne Pommes, oder?
     

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