PROZESS: Fluggast "stinkt" zum Himmel (2. Instanz)

Dieses Thema im Forum "On The Road" wurde erstellt von miles-and-points, 12. November 2006.

  1. miles-and-points

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    Anschlussflug verschwitzt
    Müffelnder Fluggast musste aussteigen und verklagt Fluggesellschaft

    Ein Passagier, der wegen seines Körpergeruchs am Flughafen von Honolulu auf Hawaii aus der Maschine gewiesen wurde, verlangt nun in Düsseldorf Schadenersatz von der Fluggesellschaft. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht beschäftigt sich am Mittwoch mit dem anrüchigen Fall.

    Eine Sitznachbarin hatte sich über die Ausdünstungen des Mannes beschwert, als dieser für den Rückflug von Hawaii nach Düsseldorf seinen Platz eingenommen hatte. Auch ein Flugbegleiter rümpfte die Nase und bat den verschwitzten Mann, sich ein frisches Hemd anzuziehen. Doch die Koffer waren bereits im Rumpf des Flugzeugs verstaut. Daraufhin musste der Kläger den Flieger verlassen und verschwitzte dadurch im wahrsten Sinn des Wortes auch einen Anschlussflug.

    Nun verlangt der Mann bereits in zweiter Instanz 2200 Euro Schadenersatz plus Verdienstausfall. Er sei ins Schwitzen geraten, weil er sich bei tropischen Temperaturen mit drei Koffern im nicht klimatisierten Airport herumplagen musste. Er habe aber nicht mehr gestunken als andere Reisende auch.

    Der Prozess um diesen Fall geht vor dem Oberlandesgericht bereits in die zweite Runde. Da die Fluggesellschaft die Beförderung von Menschen mit "extremem Körpergeruch" in ihren Geschäftsbedingungen ausdrücklich ausschließt, war der Kläger vor einem Amtsgericht bereits abgeblitzt.
     
  2. berwangerfj

    berwangerfj Diamond Member

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    Was soll man dazu sagen und wo soll man da die Grenze ziehen?
    Frage: Was kann man machen, wenn ein nach Schweiss riechender Fluggast im Unterhemd neben einem Platz nehmen will?
    Oder ich sass in Reihe 32 im Jumbo (Notausgang, vor mir die Toiletten).
    Da hat jemand in den Gang zw. den Toiletten gekotzt. Hat gestunken erbärmlich. Stewardess hat es behandelt mit Lappen und Cola.
    Da habe ich ihr gesagt, ich setze mich jetzt vor in die Business und wenn es nicht mehr stinkt, dann komme ich wieder.
    Da gab es keine Widerrede.
     
  3. newman

    newman Silver Member

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    Ja da möchte ich nicht Richter sein.


    Wenn man es liest klingt es unerhört, aber wir haben ja auch noch (zum Glück) kein RiechInternet.

    Danke Map, wenn Du es liest berichte doch bitte auch wie das Urteil aussah.
     
  4. ingridadele

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    Habe gerade bei dpa gelesen, dass die Klage des "Schwitzenden" in 2. Instanz abgewiesen wurde, weil er nicht zum Prozeß erschienen ist. Seine telefonisch vorgebrachte Entschuldigung, er stehe im Stau, reichte dem Richter nicht.
     
  5. miles-and-points

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    So ein Verhalten "stinkt" ja auch zum Himmel.

    :lol:
     
  6. Guest

    Guest Guest

    mhm...naja, ist auf der einen Seite schon irgendwie krass, jemanden wegen des Geruchs des Fliegers zu verweisen und von der Beförderung auszuschliessen..

    Auf der anderen Seite stelle man sich vor, dicht an dicht (vor allem in Eco) auf einem 12-Stunden-Nonstop-Flug direkt neben sojemandem zu sitzen, da würde ich irgendwann wahrscheinlich auch den Flieger "vollvomieren"...man verzeihe mir den Ausdruck...

    Der Wellensittich
     
  7. miles-and-points

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    Weiß noch nicht, ob ich's Dir verzeihe, wenn Du mir nicht auf die Sprünge hilfst, was dieses "vollvomieren" sein soll...

    :roll:
     
  8. berwangerfj

    berwangerfj Diamond Member

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    Hallo, map,
    das Vögelchen spricht nicht nur Deutschtein oder Latdeutsch, er spricht auch Engdeutsch oder Deutschlisch.
     
  9. Guest

    Guest Guest

    ach je...wollt´s halt irgendwie elegant ausdrücken...

    Also, "vomieren" bedeutet soviel wie "rückwärts essen" :lol:

    Der Wellensittich
     
  10. berwangerfj

    berwangerfj Diamond Member

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    Ist doch OK, Vögelchen,
    habe es verstanden, hast ein witziges Wort gebraucht und ich habe witzig darauf geantwortet. Sollte wenigstens witzig sein. Haha.
    Hört sich ja auch besser an, als das, was ich geschrieben hatte weiter oben: ... in den Gang gekotzt...
     
  11. miles-and-points

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    abl/dpa/Spiegel
     
  12. miles-and-points

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    Das Handelsblatt tritt nach:

    Wenn etwas zum Himmel stinkt
    Handeslsblatt - Von Gabriele Schlegel
    Dozentin für Business Behaviour an der FH Bonn-Rhein-Sieg

    * Handelsblatt vom 9.7.2004:
    "Wenn Kollegen müffeln - Der Chef muss Skunkis zur Ordnung rufen"
     
  13. berwangerfj

    berwangerfj Diamond Member

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    So geht es eben, wenn Leute nicht flexibel sein können.
    Es wurden ja auch schon Flugzeuge umgeleitet, weil Flughafenmitarbeiter auf ihrem pünktlichen Feierabend bestanden.
     
  14. ingridadele

    ingridadele Gold Member

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    Über den Artikel im Handelsblatt kann ich nur staunen.

    Irgendwie hatte ich bislang immer das Gefühl, dass die Schuld des Vorfalls nicht bei BA liegt und dieser Passagier eher chronisch dazu neigt nicht pünktlich oder eben äußerst knapp zu erscheinen. Das eine Mal (auf Hawai) war er ob der übergroßen Eile stark verschwitzt, das andere Mal (in Deutschland) konnte er deshalb nicht pünktlich vor Gericht erscheinen.

    Wer sich da wohl durch unprofessionelles Auftreten "auszeichnet"? Möglicherweise in der Lesart der Autorin des Handelsblattartikels das Gericht, welches die Verspätung nicht akzeptieren wollte?
     
  15. miles-and-points

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    Interessant ist hier für mich vor allem, daß der Typ selbst Rechtsanwalt ist, in der ersten Instanz (vor dem Amtsgericht) schon wegen der AGB verloren hat, in der zweiten Instanz ein Versäumnisurteil kassierte (weil er nicht oder verspätet vor Gericht erschien) und nun anscheinend versucht, auf diesem Wege seinem "Gegner" (der Fluggesellschaft) doch noch schaden zu können, wenn es denn keine "Entschädigung" in Geld geben sollte.

    Mag ja sein, daß wir demnächst lesen dürfen, daß er es doch noch geschafft hat, einen neuen Termin zu bekommen, weil entschieden wird, daß ein Verkehrs-Stau "höhere Gewalt" sei.

    Und selbstverständlich wäre es für alle Beteiligten besser gewesen, wenn die BA-Mitarbeiter/innen sofort flexibel und "kreativ" gehandelt hätten, statt auf irgendwelche "Regeln" zu verweisen. Aber wollen das die Airlines überhaupt?
     
  16. berwangerfj

    berwangerfj Diamond Member

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    Die Diskussion ist eröffnet!
    Im Ernst: Mir hat eine Beratungsdame bei Sen-Service in Kapstadt (wohin man manchmal vermittelt wird) gesagt, ihr sei gekündigt worden, weil sie ihre Kunden zu lange beraten würde. Auch das eine oder andere private Gespräch hat sich daraus ergeben, zumal sie auch Saarländerin ist.
    Dass aber ein Kunde, der in minutenschnelle "abgebügelt" wird mit seinen Anliegen evtl. später kein Kunde mehr ist, wird oft nicht beachtet.
    Aber bei der Menge - so wird betriebswirtschaftlich gerechnet - kommt es auf den einen nicht an.
     
  17. Guest

    Guest Guest

    zum thema zurück!!!

    Mit ein bisschen Fantasie beim Crew. (Toilette seife und ein paar Alkohol Parfum tuche usw) war es sicherlich möglich PAX mitzunehmen und alle zufrieden zu stellen:
     
  18. Guest

    Guest Guest

    In der First gibt es Pyjamas, die ( zumindest bei anderen Fluggesellschaften ) beim Oberteil auch durchaus als Sweatshirts durchgehen ( d.h. die meisten merken noch nicht einmal, dass das ein Pyjama ist ). Herstellungskosten, wenn überhaupt, 10 Euro. Ein Purser, der in so einem Fall mit einem zahlenden C-Pax keine vernünftige Lösung findet, gehört wegen Unfähigkeit gefeuert. Und da wundern sich manche Flugbegleiter, warum sie als "Saftschupser" tituliert werden.
     
  19. Guest

    Guest Guest

    Wie kommst Du darauf, dass der Betroffenene ein zahlender Business Class-Kunde ist? Ich habe das nicht hier im Thread erkennen können.


    Noch eine allgemeine Anmerkung für alle: wieso wird eigentlich BA verklagt? Die fliegen noch nicht mal nach Honolulu... das muss eigentlich ein AA-Flug und eine Entscheidung der AA-Crew gewesen sein.
     
  20. miles-and-points

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    Hi, MustBeUnique,
    willkommen im Forum.

    Von einem Biz-Pax war bisher (zumindest in den hier eingestellten Artikeln) tatsächlich nicht die Rede. Wobei ich allerdings schon meine, daß es sich hier um eine grundsätzliche Entscheidung - unabhängig von der Service-Klasse - handelt.

    Zu Deiner zweiten Anmerkung:
    Dieser Rechtsanwalt scheint (auch dazu wird nichts eindeutig gesagt) aus Düsseldorf zu kommen - jedenfalls ist er dort gestartet und wollte dorthin auch zurück. Sein Routing wird demnach höchstwahrscheinlich in einem einzigen Ticket (ausgestellt von BA) DUS-LHR-LAX-HNL v.v. gewesen sein, wobei es sich beim Segment LAX-HNL z.B. um den Flug mit der Flugnummer BA5139 gehandelt haben könnte, der für Leute, die sich damit ein klein wenig auskennen, unschwer als "CD - op by AA" mit der Flugnummer AA283 zu erkennen ist.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, daß es bei juristischen Auseinandersetzungen unter Umständen nur darauf ankommen könnte, von wem der Kläger die bezahlte Beförderungsleistung erworben hat - in diesem Fall eben von British Airways als Ticket-Aussteller. Daß BA den Flug im Codeshare von AA hat durchführen lassen, täte meiner Meinung nach (zunächst jedenfalls) nichts zur Sache. Ob es im Innenverhältnis BA zu AA eventuell zu weiteren Prozessen kommen könnte (oder so etwas schon vorab vertraglich zwischen den Airlines eindeutig geregelt ist), muß uns hier nicht weiter interessieren.

    Der Passus im o.a. "Spiegel"-Artikel, in dem es geheißen hatte "mit einem Flugzeug der British Airways", wird somit wahrscheinlich ein "Lapsus" des betreffenden Redakteurs gewesen sein, der diesen "Fehler" wohl einfach unkontrolliert aus einer Agentur-Meldung übernommen haben dürfte.

    Aber Du hast natürlich insofern Recht mit Deiner Anmerkung, daß es "ungerecht" ist, im vorliegenden Fall die MA der BA statt der tatsächlich betroffenen AA-FA zu "schmähen"...

    Gut aufgepaßt. :D
     

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