Swiss geht mit Privatjets an den Start

Dieses Thema im Forum "Swiss" wurde erstellt von andreasssk, 8. Juni 2008.

  1. andreasssk

    andreasssk Bronze Member

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    "Alle bauen ab: Die Nachrichten von Flugzeug-Stilllegungen der amerikanischen Airlines machten diese Woche Schlagzeilen. Lufthansa und Swiss bauen auf: Ab Anfang Juli betreibt die Swiss-Tochter Swiss European für die Lufthansa eine Privatjet-Flotte von neun unterschiedlich grossen Maschinen mit einem Angebot von 4 bis 12 Plätzen.

    Die Zielgruppe des «Lufthansa-Privat-Jet»-Angebots sind einerseits superreiche Kunden, die innerhalb Europas und Russlands direkt ihre Ziele anfliegen wollen. Ebenso im Visier hat die Lufthansa Firmen, die Gruppen von wichtigen Angestellten ohne Zeitverlust an einen von 1000 möglichen Zielorten schicken wollen. Das Angebot ist nicht neu: Bis Ende letzten Jahres arbeitete die Lufthansa mit dem Charter-Anbieter Netjets zusammen. Doch nach Querelen über die Ausrichtung trennte sich Netjets von der Lufthansa. Nun also wird Swiss European, spezialisiert auf Kurzstreckenflüge mit Flugzeugen unter 100 Sitzplätzen, zusätzlich die Jets betreiben. 36 Vollzeit-Pilotenstellen werden neu angeboten. Noch sind nicht alle Stellen besetzt. Angesichts des allgemeinen Pilotenmangels umwirbt die Swiss auch ihre pensionierten Piloten.

    In der Zwischenzeit hatte die Swiss auch geprüft, eine ganz eigene Firma für das Geschäft auf die Beine zu stellen und dafür eine schon bestehende Gesellschaft zu kaufen. Kontakte bestanden beispielsweise mit der kleinen Charterfirma Servair, zu deren Mitaktionären auch die Brüder Balthasar und Dieter («Yello») Meier gehören. Balthasar Meier bestätigt Gespräche, die aber «schnell im Sande» verlaufen seien. Stattdessen hat sich die Swiss entschlossen, ihren Dienst für die Lufthansa «aus Gründen der Einfachheit» im Regionalsegment anzuhängen, wie es von Seiten der Lufthansa hiess. Eine günstige Kostenstruktur ergibt dies allemal. Die Piloten des Swiss-European-Korps arbeiten immer noch zu deutlich schlechteren Konditionen als ihre Kollegen vom Hauptkorps der Swiss oder bei der Lufthansa. Der Ausbau von Arbeitsplätzen im «Niedriglohnbereich» der Swiss European wurde denn auch von Aeropers, der Interessenvertreterin des Hauptpilotenkorps der Swiss, nur am Rande beachtet. Die Gewerkschaft ist mit sich selbst beschäftigt.

    Vor gut einer Woche lehnten ihre Mitglieder eine frühe Erneuerung des geltenden Gesamtarbeitsvertrags mit recht grosszügigen Verbesserungen ab. Er hätte den Piloten per sofort drei Prozent mehr Lohn und eine ordentliche Gewinnbeteiligung eingebracht. Der verhandlungserfahrene, aber auch realistische Vorstand der Aeropers ist inzwischen zurückgetreten. Die neue Garde gibt sich kämpferisch. Sie will auf das gleiche Lohnhochplateau gelangen wie ihre Kollegen bei der Lufthansa. Angesichts der düsteren Aussichten für die Branche ist das kein bescheidenes Ziel." (NZZ-Sonntag)
     

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