Paukenschlag: Lufthansa stellt CityLine ein und reduziert die Flotte

Lufthansa CityLine

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Es ist eine Nachricht, die den Luftfahrtmarkt aufhorchen lässt und für viele Reisende spürbare Folgen hat: Die Lufthansa stellt den Betrieb ihrer Regionaltochter Lufthansa CityLine mit sofortiger Wirkung ein.

Ab diesem Samstag werden alle 27 operativen Flugzeuge des Typs Canadair CRJ-900 endgültig aus dem Programm genommen. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Pakets, mit dem die Lufthansa Group auf drastisch gestiegene Kerosinpreise und geopolitische Unsicherheiten reagiert.

Der Hintergrund ist klar: Aufgrund des Iran-Kriegs haben sich die Kerosinpreise im Vergleich zum Vorkrisenniveau mehr als verdoppelt. Gleichzeitig belasten Arbeitskämpfe das Unternehmen zusätzlich.

Obwohl das Ende von CityLine strategisch bereits länger geplant war, zwingt die aktuelle Lage die Lufthansa zur beschleunigten Umsetzung. Die CRJ-Flotte steht kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und verursacht hohe Betriebskosten, zwei Gründe, den Betrieb vorzeitig zu beenden.

Die Folgen sind bereits jetzt im Buchungssystem sichtbar: Die von CityLine bislang bediente Strecke München–Stuttgart lässt sich aktuell beispielsweise nicht mehr buchen. Reisende, die auf solche Regionalverbindungen angewiesen sind, müssen auf Alternativrouten oder andere Verkehrsmittel ausweichen.

(c) Wolfgang Weiser via unsplash

Lufthansa mit 3 konkreten Schritten zur Flottenverkleinerung

Das beschlossene Maßnahmenpaket sieht drei aufeinanderfolgende Schritte vor. Im ersten Schritt werden die 27 Flugzeuge der CityLine sofort aus dem Betrieb genommen.

Im zweiten Schritt verlassen mit Ablauf des Sommerflugplans im Oktober vier Airbus A340-600 die Flotte, womit die Ära dieses Langstreckentyps bei Lufthansa endgültig endet. Zusätzlich werden ab Oktober zwei Boeing 747-400 über den Winter stillgelegt. Der vollständige Abschied der Jumbo-Flotte ist für das kommende Jahr geplant.

Im dritten Schritt folgt im Winterflugplan 2026/27 eine weitere Kapazitätsreduktion der Kernmarke Lufthansa, was dem Äquivalent von fünf weiteren Flugzeugen auf der Kurz- und Mittelstrecke entspricht.

Der Einspareffekt bei den Treibstoffkosten ist dabei überproportional: Einerseits werden die ineffizientesten Flugzeuge aus dem Betrieb genommen, andererseits sinkt der nicht abgesicherte Anteil des Kerosinbedarfs, der zu aktuellen Marktpreisen eingekauft werden muss, um rund zehn Prozent. Rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs der Passagierfluggesellschaften sind bereits zu früheren Preisen abgesichert; die verbleibenden 20 Prozent treffen die Gruppe jedoch zum vollen Marktpreis.

Das Ende von CityLine betrifft auch die Mitarbeiter: Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Beschäftigten im Cockpit und in der Kabine freigestellt. Lufthansa betont, dass bereits in der Vergangenheit Angebote für Anschlussbeschäftigungen unterbreitet wurden, etwa ein Wechsel zu Lufthansa City Airlines für das Cockpit- und Kabinenpersonal sowie zur neu gegründeten Lufthansa Aviation GmbH für das Bodenpersonal.

Titelbild: (c) Antek via unsplash