Hypermobil = "Lost in space" oder Multilokal?

Dieses Thema im Forum "On The Road" wurde erstellt von hgmrp, 27. Oktober 2009.

  1. hgmrp

    hgmrp Lotse

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    Hallo Vielflieger,
    um gleich zur Sache zu kommen:
    ich bin zwar selbst (zur Zeit) kein Vielflieger, sondern hier gewissermassen aus "Forschungsgründen" gelandet. :?:
    Mich interessieren Eure Erfahrungen mit ständiger Flug-Mobilität, vor allem darüber, wie ständiges berufliches oder privates Unterwegs-Sein mit eigenen Ortsbindungen in Einklang gebracht wird (werden kann?). Dazu gibt es hier ja einiges an Beiträgen, meistens wird das Thema allerdings nur "gestreift".
    Stichworte: Koordination zwischen "Hier" und "Zuhause", Dauerjetlag/Burnout, Kulturschock und Umstellung auf neue Orte, Nutzung von Kommunikationstechniken, Aufrechterhalten von Freundschaft/Beziehung/Familie/Netzwerke, mobiler Alltag/Leben im Transit.

    Freue mich auf rege Beteiligung!
     
  2. hgmrp

    hgmrp Lotse

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    "It is a myth that human beings today who travel the most and who are most mobile, experience home- and placelessness the strongest." (edward relph)
    "Stimmts :?:

    Um das hier etwas anzuwerfen, zwei sehr ambivalente Beiträge zwischen "neue heimat flughafen" und "verlorene Seelen", vielleicht findet sich ja jemand darin wieder:

    (aus: Süddeutsche Zeitung 05.10.08, Buchbesprechung von Häntschel, J. (2001): Reise zum Mittelpunkt der Herde)
    "Im Berufsleben treten vimmer mehr Job-Hoppers auf: höchst flexible und wechselfreudige Lebensunternehmer: Sie nehmen das, was ihnen Heimat, vertraute Umgebung bedeutet, einfach mit! Der 'globale Nomade', der überall zu Hause ist, hat sich zum Heldentypus der Gegenwart entwickelt, und mit ihm verändert sich die kollektive Vorstellung vom Wohnen." Auto, Schiff und Flugzeug werden zur ortsunabhängigen Heimat der mobilen Existenz. Transitorische Räume wie Business-Lounges auf Flughäfen werden zeitweilige Heimaten und Flugpläne stiften neuartige Nachbarschaften: "Bisher war Gemeindezugehörigkeit eine Frage des Wohnorts, heute ist es eine des Flugplans." (...oder auch: der richtigen Vernetzung)

    (Aus: Heimat 4 You, Der Freitag, Ulrike Steglich, 13. Oktober 2006)
    "Die modernen Nomaden - die es - mehr oder minder notgedrungen - geschafft haben, zahlen oft einen hohen Preis für ihre permanente Verfügbarkeit und Mobilität. Wo sich Bezugspunkte, Koordinatensysteme, Beziehungsgeflechte auflösen, nehmen Begriffe wie Zuhause oder Familie Luxuscharakter an. Partner sitzen in anderen Städten, man pendelt, man führt Wochenendbeziehungen. Die Sehnsucht gilt nicht nur Verschwundenem, sondern auch einem neuen Zuhause, das es nicht gibt. Man kann das Verlorenheit nennen." (...oder auch: Ortlosigkeit)
     

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