Firma kauft Mitarbeitern Meilen ab

Dieses Thema im Forum "Lufthansa" wurde erstellt von highflyer, 30. April 2008.

  1. highflyer

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    Interessant was man Abends bei Gleichgesinnten erfährt:

    Ein Bekannter arbeitet für einen soliden deutschen Maschinenbauer - viel Auslandsgeschäft, besonders durch Monteure und Vertriebler, die hin- und herfliegen (gerne nach China und SEA) - und massiv Meilen "verdienen"...

    Nun hat das Unternehmen sich überlegt, wie sie Kosten einsparen können. Den MA die Meilen wegnehmen, ist doof (demoralisiert, unfair, gute Mitarbeiter gibt es sowieso zu wenige, also wollen die ihre nicht verlieren). Aber wie wäre es, den MA die Meilen abzukaufen? Die wollen die MA in Zukunft 0,01€ pro Meile für Interkont-Flüge bezahlen (netto). Rational: Die Mitarbeiter buchen momentan *nie* langfristig, und kommen so nie auf 1500-2000€ Tickets in Biz nach Asien. Aber, wenn die Firma einen Anreiz bietet und nun für die 120k Meilen, 1200€ Netto zahlt? Natürlich werden Steuern und Gebühren von der Fima auch übernommen. Selbst wenn ein SEN-Award bezahlt wird, kostet das die Firma 2400€ + Tax statt 4900€ (Bsp FRA-SIN in C Last-Minute mit LH). Und der Mitarbeiter bessert sein (finanzielles) Konto auf, wenn er kein Interesse hat privat in C oder F abzufliegen (also dieses Forum nicht liest). Besser als Geld dem WorldShop in den Rachen schmeissen ist es allemal.

    Ein perfider Hintergedanke: Sollten die Mitarbeiter zubeissen, wird die Geschäftsleitung feststellen: Aha, es ist also doch möglich frühzeitig zu buchen und günstige Angebote in Anspruch zu nehmen - dann wollen wir mal (auch ohne finanziellen Anreiz) die Mitarbeiter in Zukunft dazu bewegen.
     
  2. miles-and-points

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    So wahnsinnig "helle" können diese "Monteure und Vertriebler" dieses "soliden deutschen Maschinenbauers" aber nicht sein, wenn sie das Angebot annehmen. Es sei denn, das "zubeißen" ist wörtlich gemeint. 8)
     
  3. Senator96

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    Wie wäre es mit: Meilen wegnehmen und Teile des gesparten Geldes in Gehalts- oder Bonuszahlungen einfließen lassen. "wir haben dieses Jahr unser Reisebudget um 20% senken können, macht x€, was wie folgt verteilt wird:"
    Die Meilenabkäuferstelle gleich wieder streichen und stattdessen die MA in vernünftigem Zeit- & Travelmanagement erst schulen, dann controllen. Man merkt sehr schnell, wer sich da selbst optimieren kann. Denkbar, dass die Bonuszahlungen an die Reiseausgaben gekoppelt werden.

    Das ganze Konstrukt ginge natürlich auch ohne Meilen wegzunehmen: durch vorausschauende Reiseplanung sind erhebliche Kosten einzusparen. Hier die Anreize setzen und bei wem es nichts fruchtet, das Gespräch suchen. Das wäre mein Favorit - kein Wunder, habe ich mein Modell bei uns auch mitentwickelt:

    Ich kann beispielsweise in jedem Hotel der Welt übernachten, habe da keine Restriktionen à la nur bis xxx €. Aber alles, was ich unter einem gewissen Wert bleibe, fliesst zu n% in meinen Bonus. Resultat: ich gehe davon aus, dass -wenn ich unverhältnismäßig teuer wohnen würde- ich zum persönlichen Gespräch geladen würde; ich weiß, dass wenn ich teuer wohne, mein Bonus kleiner ausfällt als wenn ich etwas günstiger wohne (alles in harten Zahlen vorab bekannt) - und wenn ich unverhältnis günstig wohnen würde... nee... das würde nicht passieren :D
    Dasselbe Prinzip gilt für Flüge.
     
  4. highflyer

    highflyer Platinum Member

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    So was ähnliches habe ich in meiner alten Firma vorgeschlagen, fanden die Chefs aber doof. Dabei war meine Schmerzgrenze bei einem 3* Hotel, wenn ich die 50€ Differenz zum 4* zu 20-30% ausgezahlt bekommen hätte, wäre freiwillig Bahn 2. Klasse gefahren, usw. Aber die wollten nicht...
     
  5. Tirreg

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    highflyer, schafft dieses Verhalten nicht die falschen Anreize?!? Bei Business Class Langstreckenflügen wird hier inm Forum oftmals argumentiert, der Mitarbeiter könne arbeiten (ist folglich produktiver), könne sich erholen (wirkt sich ebenfalls positiv auf die Produktivität etc aus).

    2. Klasse Bahnfahren läuft da in eine andere Richtung: Zwischen dem Kegelverein/der Klassenfahrt/den Fußballfans/Bundeswehr Soldaten vernünftig arbeiten oder sich entspannen geht meiner Meinung nach nicht. Die Strecke Frankfurt-Köln (typische Bahnstrecke, wie ich finde, könnte auch Stuttgart-München, Düsseldorf-Hannover etc sein) kostet 2. Klasse vielleicht 60 EUR, 1. Klasse vielleicht 100 EUR - mit Bahncard sogar nur die Hälfte. Wenn man Dir jetzt von den gesparten 40 EUR 20% auszahlt, sind das gerade mal 8 EUR. Hat wahrscheinlich in der Buchhaltung nochmal Prozesskosten generiert usw.

    Das Ende vom Lied ist, dass die Firma das 1.Klasse-Fahren irgendwann ganz einstellt, ebenso wie die 4- oder 5-Sterne Hotels, mit der Argumentation, dass die Mitarbeiter dies wohl gerne nutzen und man anscheinend auch dort vernünftig arbeiten/entspannen kann.

    Eine Unternehmensberatung hat ihren Mitarbeitern mal eine Bonuszahlung angeboten, wenn sie statt Business Eco fliegen (auf Inlands- und Europastrecken) und kaum jemand hat dies genutzt, wie ich erfahren habe...
     
  6. highflyer

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    Tirreg: Deine Argumente sind gut und nachvollziehbar - ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass meine alte Firma es nicht gemacht hat...
     
  7. hlewen

    hlewen Gold Member

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    Aus Firmensicht bestimmt nicht schlecht. Und für Mitarbeiter, die Fliegen eher als Last ansehen und froh sind, wenn sie nicht fliegen müssen, ist es bestimmt auch eine nette Regelung. Ihr "Flug"Bonus ist dann einfach die Menge an geschäftlich genutzten Meilen. Und die hat die Firma ja sogar vorher gezahlt.
    Ob es sich für den Mitarbeiter auf längere Sicht auszahlt ist natürlich fraglich.
    Aber man könnte ja als Incentive einführen, dass der Mitarbeiter bei geschäftlicher Nutzung der Meilen z.B. F statt C fliegen darf. Je nach Destination ist es nur "geringfügig" teurer und immer noch billiger als ein bezahltes C Ticket.
     
  8. miles-and-points

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    Besonders, wenn man daran denkt, daß diese zusätzlichen "Boni"
    als zusätzliche "Einnahmen" zusätzlich versteuert werden müssen... :idea:
     
  9. Senator96

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    Das hat doch alles nichts mit C-Class fliegen, 1. Klasse bahnfahren, 4*-Hotel-buchen zu tun. Kann ja zusätzlich als policy rausgegeben werden und die Mitarbeiter würden dann vorausschauend planen um günstige C-Class-Flüge, 1. Klasse Bahnfahrten und 4*-Hotels zu buchen.
     
  10. highflyer

    highflyer Platinum Member

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    Nein. Ich hatte geschrieben, dass die Auszahlung Netto ist, d.h. die Firma bezahlt die Steuern.
     
  11. Senator96

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    Nochmal auf den Punkt "falsche Anreize setzend" eingehend:
    Als Firma wünsche ich mir Mitarbeiter, die durchaus in der Lage sind, einschätzen zu können, wann etwas Sinn macht und wann nicht. Auf Flügen z.B.: will ich in Ruhe arbeiten und habe nach dem Übernachtflug ein Meeting, buche ich tendenziell eine Klasse höher; fliege ich am Freitagabend nach Paris um das Wochenende da zu verbringen und habe das gut vorbereitete Meeting erst montagfrüh, reicht evtl. Y. Je schlanker die policies gehalten werden (können), desto besser.
    Ist in großen, renommierten oder soliden Maschinenbaufirmen sicher weniger gut möglich als in einer 2-Mann-Butze, aber dennoch haben die allermeisten Firmen "Unternehmertum" in der einen oder anderen Form bei ihren Firmen-Werten stehen. Von daher wäre aus meiner Sicht immer die richtige Reihenfolge: Vertrauensvorschuss an die Mitarbeiter geben (in Form von schlanken policies), mit Leuten, die sich nicht konform verhalten das Gespräch suchen (mit dem der immer First fliegt und im Hyatt wohnt ebenso wie mit dem, der in der Jugendherberge wohnt und den Flug auf der Toilette von Delta verbringt) und wenn sich da dann keine Lösung finden lässt, dann passt es wohl nicht, dann muss man sich trennen.

    Wenn BCG (die waren das doch, glaube ich) es seinen Leuten freistellt Eco zu fliegen und das Gesparte mit denen zu teilen, finde ich es ebenso in Ordnung, wie wenn die aus verschiedenen Gründen lieber weiter Biz fliegen und auf ein paar Kröten verzichten. Traue denen da zu, dass sie zu >90% die richtige Entscheidung treffen können.
     
  12. Tirreg

    Tirreg Diamond Member

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    Man muss doch nicht immer alles erfolgsabhängig machen :roll: Es sollte doch in jedem Unternehmen eine Travel Policy geben und ein Reisebüro/-stelle, das sicherstellt, dass günstig gebucht wird.

    Was sollen Mitarbeitergespräche, wenn das Hotel zu teuer gebucht wurde??? Glück für den, der zu Nichtmessezeiten in Frankfurt ist und für 150 EUR im Marriott wohnt; böser böser Mitarbeiter, der nun gerade während der IAA/Buchmesse einen Termin in Frankfurt hat und für 200 EUR/Nacht in der Pension zur Post in Büttelborn wohnen muss.

    Daher gibt es normalerweise Firmenraten bei ausgewählten Hotels in häufig bereisten Städten, die den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Die Rate gilt meist das ganze Jahr über (eventuell Messerate), aber dem Mitarbeiter ist klar kommuniziert, was im Rahmen liegt. Und wenn dieses Hotel noch über die Reisestelle gebucht wird, gibt es auch keine Mißverständnisse.

    Vorausschauendes Buchen ist selbstverständlich, ein Bounus benachteiligt die, die nicht für die nächsten 12 Monate ein Projekt fest an einem Ort haben (und vorrausschauend buchen können), sondern als Feuerwehr durch die Welt reisen.
     
  13. Senator96

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    Man muss doch nicht für alles offensichtliche ein Regelwerk aufstellen :roll:


    Nichts. Aber wenn es regelmäßig aus dem Rahmen läuft, hat man Anhaltspunkte, dass man evtl. nicht auf einer Wellenlänge liegt. Das sollte man doch vorher abklären, bevor man sich trennt oder unglücklich zusammenbleibt.


    Glück ja, aber das gleicht sich fußballmäßig aus. Mit "böser Mitarbeiter" hat der zweite Fall nichts zu tun.


    Macht ja auch Sinn - bei allen Systemen... ob nun über Reisestelle oder von den Mitarbeitern selber gebucht, macht da keinen Unterschied.


    Es sollen ja nicht alle dieselben Vorgaben haben. Wieso auch? Sinnvoll organisierte Unternehmen haben Zielgespräche, die alle möglichen Bereiche abklopfen: persönliche Ziele, Unternehmensziele, Auslastung... etc. da passt ein individualisiertes Reiseziel prima rein.
     
  14. highflyer

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    Gerne. Bangkok bitte.

    Sorry, OT. :roll:
     
  15. Senator96

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    Aber nur in Y :mrgreen:
     
  16. miles-and-points

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    Wieso? Paßt doch bestens rein.
    Anstrengen, selbständig machen oder Freiberufler werden.
    Dann klappt's auch mit den "individualisierten Reisezielen". :mrgreen:
     
  17. Senator96

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    Ganz ohne policies und mit Meilen-behalten-dürfen. Und alles bonusrelevant.
     
  18. miles-and-points

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    Nicht nur das -
    selbst die Meilchen/Pünktchen der MA können abgeflogen werden.
    Dazu wird allerdings ein Fünkchen an Risikobereitschaft erwartet...

    Über weitere Voraussetzungen braucht man nicht erst nachzudenken,
    wenn's schon an der Eigeninitiative und dem Mut zum Risiko mangelt.
     
  19. highflyer

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    Bin ich wahnsinnig?

    Nee. Ich verdiene lieber 250+k p.a. mit 30 Tagen (bezahlten) Urlaub. :)
     
  20. miles-and-points

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