Tokio - Tipps

Dieses Thema im Forum "Asien" wurde erstellt von Bozen, 1. August 2014.

  1. Bozen

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    Konnichiwa,
    da mein Meilenkonto wegen Überfüllung geschlossen zu werden droht 8) trage ich mich mit dem Gedanken, mir vielleicht ab Mitte November mal Tokio und Umgebung anzusehen.
    Die Verfügbarkeiten LH in F sehen gar nicht sooo schlecht aus (fliegt da eigentlich nie jemand hin?).

    Allerdings kenne ich mich in Japan in etwa so gut aus wie auf dem Mond.
    Lt. Klimatabelle wäre ein Aufenthalt in der zweiten Novemberhälfte für mich kein Problem.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand ein paar praxiserprobte Tipps für mich hätte (es eilt ja nicht, s.o.).
    Ruhige Hotels, Ernährung (gibt es ausreichend McDonalds-Filialen (kl. Scherrrzzz)), wohin mit der Eisenbahn fahren (und den Lokführer bei einer Selbstgeißelung erleben, weil er 4,5 Sekunden Verspätung eingefahren hat)

    Arigatou in advance
     
  2. A340

    A340 Guest

    Am besten buchst du eine kleine Rundreise Hakone, Mt. Fuji. Disneyland etc.. Dann hat man eine Tour mit Führung und siehst etwas von Japan.
     
  3. no_way_codeshares

    no_way_codeshares Diamond Member

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    Der Vergleich mit dem Mond ist gar nicht so verkehrt.
    Japan tickt einfach anders, als alles was Du bisher kennst und ohne private oder geschäftliche Kontakte vor Ort wirst Du Dir tatsächlich weitestgehend im Alleingang diese ungewohnten Abläufe für die einfachsten Routinen, die für Dich bisher zum normalsten der Welt gehören, höflichst erarbeiten müssen.
    Aber mir tut's immer recht gut vorübergehend auf Originalmass zurückgeschrumpft zu werden (ein Japan-Aufenthalt im Alleingang hat immer etwas von einem Reset-Knopf) und ich kann Dich zum Reiseziel nur beglückwünschen.
    Nun weiss ich natürlich nicht, was Du suchst: Beim Hotel Tradition oder Komfort, preisgünstigst oder Luxus. Beim Ausgehen Kultur oder Kneipe, beim Essen landestypisch oder Vertrautes, in der Stadt Shopping und Skyscraper oder Schreine und Parks.
    Bevor Du jetzt hier Gesinnung und Neigungen offenlegen musst, kannst Du das gerne auch per PM machen.
     
  4. xcirrusx

    xcirrusx Gold Member

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    Zum einen helfen zum meilenschonenden Trip die LH Meilenschnäppchen, wo die C für 70k in der Regel angeboten wird. Aber bevor die Bilanzbuchhaltung bei LH Schnappatmung bzgl. der Rückstellungen für dein Meilenkonto bekommt sei dir die F gegönnt :).
    NWC hat Recht, dein persönliches Freizeitprofil ist entscheidend. Es ist eben ein Unterschied zwischen Landschafts- und Tempeltrip und Feiern in Shibuya.
    Zu den Grundregeln:
    1. vergiss alles was du bisher in Asien gelernt hast, starte bei Null
    2. Mein Freund der Zug - Neben der außerordentlichen Qualität spricht gegen Leihwagen die Preisgestaltung und das du AFAIK einen auf japanisch übersetzten und beglaubigten Führerschein vorlegen musst
    3. Trotz der wirtschaftlichen Entwicklung ist Englisch weniger verbreitet als man denkt. Plan gut vor (Fahrpläne event. auf dem Tablet speichern) und der Stresslevel wenn man was nicht funktioniert ist deutlich geringer
    4. Die Inflation spielt EUR Besitzern im Moment in die Hände, trotzdem erwarte zackige Preise.
     
  5. Bozen

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    wow, erstmal vielen Dank Euch dreien!
    In der Tat werde ich mutterseelenallein unterwegs sein. Abendliches Feiern fällt daher und wegen Sprachbarriere weitgehend aus.
    "Landschafts- und Tempeltrip" trifft es gut.
    Preislich, insbesondere bei Hotels, darf es schon das obere Drittel sein. n_w_c, ich bin eigentlich kein Komfortverächter aber Dein Hinweis auf Tradition bei den Hotels hat mich neugierig gemacht.
    A340, hast Du da etwas konkretes im Auge?
    cirrus, Mietwagen auf keinen Fall. Ich muß davon ausgehen, daß die Schaffner weniger Englisch sprechen als Dettlev aus Pirna ("Sänk ju for treffeling Deutsche Bahn")?

    Bevor ich Euch unnötig mit allgemeinen Fragen löchere, lasse ich meine Planung erstmal reifen und schaue mal, was ich so finde ("drüben" gibts ja recht aktuelle Tipps).
    Werde mir dann erlauben, mit Fragen alá "was hälst Du von..." auf Euch zurückzukommen.
     
  6. Bozen

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    Das fällt mir nicht schwer :oops: , s.u.
     
  7. Globetrotter74

    Globetrotter74 Bronze Member

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    Diese Stadt muss man einfach gesehen und vor allem erlebt haben. Wer noch nicht in Japan war, bekommt hier einen ersten tiefen Eindruck in die Mentalität der Japaner und Ihrer Lebensweise. Ich war zutiefst beeindruckt von der Präzision, Organisation und Sauberkeit, welche in Tokyo herrscht. Hier „kann man von der Straße essen“, so sauber ist es. Echt unglaublich. Rauchen darf man nicht mal auf der Straße, sondern nur an ausgewiesen Plätzen, welche teilweise schon ziemlich skurril sind. Kommt man in Narita an, ist es am besten, wenn man den Shuttelbus in die City nimmt. Dieser kostet einfach 3.000 JPY und bringt einem fast in jedes Major Hotel. Taxis sind unbezahlbar. Insgesamt muss man sagen, dass Tokyo und insgesamt ganz Japan extrem teuer sind. Beispielsweise zahlt man im Supermarkt für eine Dose Bier 2,50 EUR. Günstig ist dagegen das Metroticket für Touristen. Dieses besorgt man am Flughafen, ist zwei Tage gültig und kostet nur 980 JPY. Tokyo besichtigt man ehe mit der Metro, welche eine unvorstellbare Größe hat. Aufpassen muss man vor allem, welche Linie man wählt. Es mehrere nicht zusammenhängende, für welche man wieder zusätzliche Tickets benötigt. Ich war schon in jeder Großstadt der Welt, aber so was habe ich noch nicht erlebt. Man braucht erst mal einige Zeit, um sich vollständig zu orientieren. Zum Glück ist alles in Englisch ausgeschildert. Sobald man den Dreh hier raus hat, kann die Stadtbesichtigung beginnen. Tokyo ist riesig und es dauert seine Zeit und die Hotspots zu erreichen. Tokyos neues Wahrzeichen ist der Sky Tree. Schaut unheimlich cool aus, ist aber leider vollkommen überlaufen. Ich gab am Schluss auf und begnügte mich Bildern vom Turm. Wer rauf möchte, sollte diese am frühen Morgen und vor allem bei gutem Wetter machen. Der Blick auf den Fuji ist Weltklasse. Ich hatte von meinem Hotel „The Westin Tokyo“ nur am ersten Tag das Vergnügen. Die restlichen Tage war es leider zu bewölkt. Weiterer Höhepunkt ist der Imperial Palace, welche das beliebteste Photomotiv der City darstellt. Nicht missen sollte man den Tsukiji Central Fish Market. Wer allerdings die Tunfischauktion besuchen möchte, muss extrem früh aufstehen. Mir reichte der normale Markt. Wichtig ist hier, dass es sich nicht um einen Touristen Markt handelt, sondern um normales Business. Als Besucher möglichst nicht im Weg stehen, sondern das rege Treiben mit Abstand betrachten. Hier sieht man so gut wie „jeden“ Fisch der Weltmeere. Eigentlich traurig was die Japaner hier alles rausholen und dies täglich. Wer gerne Fisch isst, muss trotzdem hin. Vin den vielen Tempeln kann ich vor allem den Senso-Ji empfehlen, wobei die anderen auch ganz sehenswert sind. Nicht verpassen sollte man das legendäre Shibuya Crossing bei Tag und nachts. Hier kommt man sich vor wie am Times Square. Wer Museum liebt sollte auf jedem Falle das national Museum und das War Museum aufsuchen. Da erstgenannte ist for free. Er noch Zeit hat, sollte auf jedem Falle die Tokyo Bay aufsuchen. Hier hat man herrliche Blicke auf die Stadt und die Rainbow Bridge, samt kleine Freiheitsstatue. Shoppingcenter findet man hier ach zur Genüge. Die Freundlichkeit und Ordentlichkeit der Japaner haben mich bewegt und ich komme definitiv wieder.

    Als Hotel empfehle ich Dir das Westin! Ist aber nicht ganz billig!
     
  8. Bozen

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    Globetrotter74, vielen Dank. Klicke mich gerade durch die schönen Galerien auf Deinen Seiten.

    Ich habe gelesen, daß das Westin ein wenig abseits liegt? Wie steht es mit der Erreichbarkeit? Ich lege auf Städtetouren gern mal am Nachmittag ein Stündchen die Füße hoch und bevorzuge immer dann, wenn ich zum ersten mal in einer Stadt bin, Hotels in "Touristenlage".
     
  9. TXL-forever

    TXL-forever Bronze Member

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    Ich bin öfter in Japan und wohne in Tokio meist im Keio Plaza (hier auf die größeren, modernen Zimmer bestehen, Aussicht aus den oberen Stockwerken phänomenal) oder im Hyatt (Bar ist schön und großes Schwimmbad mit Aussicht, Zimmer klein aber modern und komfortabel). Beide sind zentral in Shinjuku, nahe dem Rathaus. Hier kann man dann gut von der Shinjuku-Station (unglaublich immer wieder, wie groß die mit ihren kilometerlangen Gängen ist und was hier tags wie nachts für ein Gewimmel herrscht) die Stadt erkunden. In Shinjuku findet in Kabuki auch Tokios wohl bizarrstes Nachtleben statt. Eine Rundfahrt mit der Ringbahn ab Shinjuku (Eine Art S-Bahn, Linie weiß ich jetzt nicht) bringt einen ersten Eindruck von Tokio. Aussteigen in Electric City (Station Akihabara) sowie Asakusa mit dem dortigen Schrein (ich fands immer schön dort)."Tokio-Hbf" und auch Shibuya liegen weiterhin auf dieser Linie. Ein Gang durch Ginza und abends durch Roppongi (kann man ganz gut ausgehen) sollte nicht fehlen.
    Ich bin ja nicht nur zum Spaß dort und meine touristischen Erkundungen beziehen sich meist auf das, was mir meine japanischen Bekannten gezeigt haben, sowie eher die Städte Osaka und Kagoshima.
    Für Deine Reise mit LH kannst Du jetzt ja neben NRT auch den Flughafen Haneda wählen. Du kommst dann näher an der Stadt an. Von hier ist auch ein Taxi bezahlbar(er). NRT liegt in der Präfektur Ciba und ist wirklich weit weg. Ich kenne von der internationalen Ankunft allerdings nur NRT, da ich nach Tokio ausschließlich mit JAL fliege. Neben dem Bus gibt es aber auch einen schnelleren Zug in die Stadt, der allerdings nicht,wie Globetrotter 74 für den Bus richtig sagt, die Hotels anfährt und auch teurer ist. Die Busfahrt hat allerdings schon manchmal weit mehr als 2 Std. gedauert. Insgesamt ist NRT ein ziemlich kleiner und übersichtlicher Flughafen auf dem es eher ruhig zugeht. Haneda ist da schon ein anderes Kaliber.
    Da Du ja auch Essen musst (darfst), empfehle ich Dir einfach dorthin zu gehen, wo es dir am interessantesten erscheint. Du kannst bedenkenlos überall speisen und die meisten Restaurants haben ihre Gerichte als Fotos oder sogar als Wachsskulpturen ausgestellt. Hinter so manchem Vorhang (oftmals die Eingänge zu den kleineren Restaurants) habe ich schon stundenlang (auch allein) gesessen und alles mögliche ausprobiert. Zu beachten ist aber, dass manche Restaurants sich auf ganz spezielle Gerichte (z.B. nur Fleisch vom Grill) spezialisier haben. Kugelfisch (Fugu) zu essen ist meiner Meinung allerdings viel zu teuer und geschmacklich auch eher bescheiden. Preis/Leistung (-), Erlebnisfaktor alleine auch gleich null. Noch individueller und interessanter als in Tokio ist die Küche in Osaka. Da Du ja auch Zug fahren möchtest, empfehle ich Dir die Reise dorthin mit dem sog. Bullet Train zu unternehmen. Unterwegs kommst Du auch am Fuji vorbei. Ich bin einmal dort raufgewandert. Es ist trotz der Höhe von fast 4000 m, der wohl am einfachsten zu besteigende Berg der Welt. Autos fahren bis an verschiedene Punkte gut ausgebaute Straßen hoch und den Rest pilgern in den warmen Monaten tausende Menschen von Kind bis zur Greisin täglich hinauf. Da es im Nov. schon kühl ist, ist aber am Berg nicht mehr so viel los wie im Frühling oder Vorsommer. Ansonsten ist in der kälteren Jahreszeit ein Besuch im Onsen (heiße Quell-Bäder) sehr zu empfehlen. Mit dem Bus gibt es ab den Hotels in Tokio Ausflüge dorthin. Es gibt richtige Onsen-Städte, in denen man auch übernachten sollte.

    Falls Du die Stadt Osaka oder den Süden Japans (Nagasaki, Kagoshima, Fukuoka) besuchen möchtest, dann kann ich Dir gerne auch dazu Infos geben.
    Hoffe, ich konnte ein bisschen zur Reisevorfreude auf Japan beitragen.

    PS: Wie schon von Globetrotter erwähnt: Fischmarkt in Tokio ist natürlich ist Pflicht. Dort dann auch gleich morgens nach der Auktion Sushi, Sashimi und ein paar Bier genießen. Es gibt viele preiswerte kleine Restaurants und Buden auf und am Gelände.
     
  10. Bozen

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    Allerdings!!! Das wird mir beim planen und eingrenzen sehr helfen.
    Klasse, was hier innerhalb eines Tages mit Hand und Fuß zusammen gekommen ist. Ich schätze Eure Tipps auch deshalb so, weil sie von "ganz normalen" Reisenden und nicht von Reisejournalisten (oder?) kommen und hier keinerlei wirtschaftliche Interessen im Spiel sind.

    Vielleicht hat wer - auch in den kommenden Monaten - noch bestätigendes, widersprechendes oder neues beizutragen...

    Ich werd´s Euch lohnen im späteren Leben, einstweilen besten Dank! (W. Kempowski, Tadellöser & Wolff)
     
  11. Globetrotter74

    Globetrotter74 Bronze Member

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    Tokio ist eine Megacity, ohne wirkliches Zentrum! Das Westin liegt in der Nähe vom Shibuya Crossing und eine Metro ist gut erreichbar! Diese wirst Du permanent brauchen, da alles relativ weit auseinader liegt. Im Nov. wirst Du nur ganz wenige Touristen in Japan finden und das Wetter ist relativ stabil! Ich war Anfang Dez. 2012 dort und hatte das Gefühl der einzige Touri zu sein! Habe damals auch ein paar Meilen für die Flüge hergenommen und somit haben mich die hohen Kosten dort weniger gestört! Da der Umrechnugskurs mittlerweile echt gut ist, überlege ich das Japan Erlebnis nochmals anzugreifen!

    Japan ist mit nichts zu vergleichen und ungemein interessant und sehenswert. Die Freundlichkeit der Menschen dort ist einmalig!

    Falls Fu noch Fragen hast, melde Dich einfach!
     
  12. no_way_codeshares

    no_way_codeshares Diamond Member

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    Vorab: Ich bin seit 18 Jshren regelmässig 1-2/Jahr in Tokyo, aber immer nur für 2-3 Tage und aus geschäftlichen Gründen. Nach anfänglicher Neugierde beschränken sich meine kulturellen und Sightseeing Erfahrungen also auf die wenigen Male, wenn meine Frau oder Freunde dabei waren. Ausserhalb Tokyo's war ich nur 2x kurz in Osaka (direkte Anreise aus Europa und Abreise nach China, also keinerlei Erfahrungen mit Überlandreisen).
    Zu Japan und zu den Kulturgütern in Tokyo werden andere also mehr beitragen können und wahrscheinlich jeder mittelmässige Fremdenführer.

    Flughäfen: Tokyo hat nun drei Flughäfen. Internationale Flüge wurden bislang ausschliesslich über Narita abgewickelt, nun ist auch der ältere Airport Haneda für eine begrenzte Zahl von internationalen Flügen geöffnet werden. Narita als klein zu bezeichnen, ist jedoch ein Trugschluss. Die Terminals dürften deutlich grösser sein als in Haneda (insbesondere als das in Haneda gerade erst eröffnete, eine internationale Terminal), obwohl über die Inlandsflüge ex Haneda womöglich noch mehr Menschen bewegt werden.
    Sofern du auf Grund der Flugzeiten und Awardverfügbarkeiten frei wählen kannst, ist Haneda immer vorzuziehen! 1/3 der Fahrzeit von und nach Tokyo (auch ins Landesinnere mit der Bahn führen fast alle Wege über Tokyo). Und Narita hat wirklich sehr unangenehme Scherwinde (gib unter Avherald mal "Narita" ein, auch LH hat sich im März dort wieder eine Mühle verbeult) und extrem lange Taxiways (ein Bauer mitten zwischen den Bahnen tritt seinen Hühnerstall nicht ab). Und die Einreise ist in Haneda meist schneller.
    Von Narita aus sind Taxipreise prohibitiv (sehr deutlich dreistellig in Euro). Die Narita-Express Bahn (alles andere als ein Bullet-Train) fährt zwar zügig durch, aber Du kommst dann irgendwo an einem riesigen Bahnhof in Tokyo an, musst mit Deinem Gepäck mehrfach Treppen rauf und runter und bekommst den ersten Kulturschock, wenn Du den richtigen Ausgang nicht findest, von wo aus Du trotz Sprachbarrieren mit einem Taxi noch quer durch die Stadt zu Deinem Hotel musst. Insofern ist die Empfehlung "Limousine Bus" (Schalter in orange nach dem Zoll) schon die richtige Empfehlung, weil viele internationale Hotels direkt angefahren werden (an guten Tagen so schnell wie mit der Bahn, an schlechten kann es deutlich über 2h dauern). Du landest zwar früh am Morgen, aber bis Du 3-4h später im Hotel ankommst, dürften hoffentlich schon Zimmer gereinigt sein.
    Aus Haneda gibt es eine Monorailbahn, aber Du wirst mehrfach danach die Linie wechseln müssen (wieder viele Treppen rauf und runter mit dem Gepäck). Von Haneda aus gibt es deutlich weniger Busverbindungen direkt zu den Hotels, aber ab hier kann man sich auch ein Taxi leisten (um 70-80 Euro).

    Hotels: In Tokyo sind in den letzten 10 Jahren wahnsinnig viele, internationale Spitzenhotels gebaut worden. Natürlich gab es vorher schon sehr viele, entweder sehr gute oder sehr preiswerte Japanische Hotels, natürlich wurden in den letzten Jahren viele, sicher sehr schöne, kleinere Boutique-Hotels gebaut worden, natürlich mag es interessant sein, in einem richtigen Ryokan auf der Bambusmatte zwischen Papierwänden zu schlafen oder für den einen oder anderen sogar in einer Schublade in die Wand geschoben zu werden. Aber das Hotel bleibt womöglich die Dauer Deines Aufenthaltes womöglich der einzige Ort, wo Du Dich verständigen kannst, wo man Probleme für Dich lösen oder örtliche Besuchsprogramme für Dich organisieren kann. Dazu kommt, dass viele Japanische Hotels oder auch die älteren, internationalen, zum Teil sehr kleine Zimmer haben ich bin mal einer Empfehlung von F1-Fahrer Edfie Irvine gefolgt und konnte in dem Karton nicht einmal meinen Koffer auspacken). Ich kann also nur empfehlen in einem grösseren, internationalen Hotel abzusteigen!
    Ich habe einige davon probiert, aber längst nicht alle und muss mich daher auch auf persönliche Berichte, Blogs oder Reiseführer (in der Regel gleiche ich die online-Seiten von "Conde Nast" - hier findest Du auch eine Empfehlung für ein traditionelles Ryokan -, "Travel + Leisure" und Tripadvisor - hier muss man aber lernen zu differenzieren, wer mit welchem Anspruch bewertet hat - ab) verlassen.
    Wirklich abgelegen ist keines davon, denn überall ist Tokyo, aber wenn Du auch zwischendurch einmal ins Hotel willst (eine Illusion, selbst hier kann es noch um 1h zurück ins Hotel dauern) würde ich Dir ein Hotel in Ginza (mit dem angeblichen Prachtboulevard, fussläufig zum Palast und Park und zumindest nah am Fischmarkt), Akasaka/Roppongi (füssläufig zum Palast/Park, fussläufig zum Ausgehviertel Roppongi und zur Aussichtsplattform auf dem Mori Tower), Tokyo Bay (tolle Aussicht, aber Nähe maximal noch zum Fischmarkt) oder in Shinjuku (ein neuer Stadteil mit Aussichtsplattform auf der Stadtverwaltung, angeblich interessantem Nachtleben, aber bester Verkehrsanbindung in alle Ecken der Stadt) nahelegen.
    Die besten Häuser sind mit Sicherheit das Four Seasons, Mandarin Oriental, Peninsula, Park Hotel, Imperial Hotel, das Park Hyatt (bekannt aus "Lost in Translation" und den Film empfehle ich auch zur mentalen Vorbereitung) und womöglich das neue Ritz Carlton (Hyatt eröffnet jetzt irgendwann ein Andaz, aber die Lage scheint mir suboptimal). Wenn Du Dir deren Raten angeschaut hast, wirst Du Dir das mit dem "oberen Drittel" womöglich schon noch mal überlegen.
    Eine Stufe darunter und immer noch luxuriös ist mein absoluter Favorit das Grand Hyatt mit sehr grossen Zimmern, modernen Bädern und sehr ruhig in einem Luxus-Shoppingcenter und unmittelbar an die Aussichtsplattform auf dem Mori-Tower angeschlossen. Aber auch hier können die Raten sehr nach oben schwanken. Wieder eine Stufe darunter das Okura (DAS Traditionshotel in Tokyo, buchbar über Leading Hotels of the World - aber hier sollte man schon eine gehobene Zimmerkategorie buchen!!!), das New Otani (auch längst eine Institution in Tokyo, mit japanischem Garten auf der Dachterrasse - aber im März hingen da überall Bauplanen vor den Fenstern) oder das ANA-Intercontinental (Einzelzimmer zum Teil klaustrophobisch, aber gerade aufwändig renoviert).
    Wieder eine Stufe darunter (und drunter mache ich's in Tokyo nicht mehr) das Hilton oder Hyatt Regency (beide kürzlich renoviert, schlichte aber sehr ordentliche und ausreichend grosse Zimmer, aber die Badezimmer schon aus dem Fertigbaukasten mit Kunststoffwaschtisch und dem verhassten Duschvorhang), beide fast nebeneinander in Roppongi.

    Transport: Taxis in Tokyo sind extrem sauber (die Spitzendeckchen auf den Polstern erinnern mich immer wieder an die Zeiten von gehäkelten Toilettenpapierüberziehern) und eigentlich auch preiswert (zumal auch hier, wie überall in Tokyo Trinkgeld verpönt ist!!!). Aber sie stehen tagsüber genauso im Stau, wie alle anderen auch und Du musst schon Hände und Füsse einsetzen um Dein Ziel zu benennen (Hoteladresse in Japanisch mitzunehmen ist hier wichtiger als anderswo auf der Welt!). Egal wo Du bist, ist wahrscheinlich immer eine Bahnstation in der Nähe und das Netz von U- und S-Bahnen wirklich fantastisch. In jeder Haltestelle hängt irgendwo auch mindestens ein Streckennetz mit Haltestellen, Umsteigestationen und Preisen mit lateinischen Buchstaben, auf jedem Bahnsteig mindestens eine gelbe Tafel, mit dem richtigen Ausgang aus diesem Labyrinth für das jeweilige Hotel, Kaufhaus oder touristischer Attraktion mit lateinischen Buchstaben. Man muss sie halt nur finden! Wie die Fahrkartenautomaten funktionieren, wirst Du schnell verinnerlichen: einfach Geld einwerfen bis zum auf der Netz-tafel angezeigten Rate und dann auf den gewünschten Preis drücken. Karte und Wechselgeld kommen sofort und ohne die Karte kommst Du auch am Zielort nicht wieder heraus. Aber Vorsicht: zusätzlich zum bestehenden U-Bahn-Netz gibt es auch neuere Strecken, S-Bahnen oder private Bahnen nach ausserhalb - der Kaufhausbetreiber -, die separate Fahrkarten erforderlich machen und oft hängen Automaten für unterschiedliche Netze/Strecken nah beieinander in einer Station. Du wirst schnell feststellen, dass die langen Wege unter Tage mit viel Treppauf/Treppab nicht nur die Beine müde machen - was dann in der Bahn mit schlafenden, japanischen Pendlern nicht besser wird - und dass die wirklich grossen Bahnhöfe völlig unüberschaubar sind (gerade Shinjuku ist so ein Problembahnhof), man ewig nach dem richtigen Ausgang sucht und sie ohne Fahrkarte auch nicht zum Durchgang nutzen kann (aussen umrunden, wenn man die unterirdischen Wege nicht findet, kann eine Stunde dauern). Da Du volle Pendlerzüge sehen wolltest: fahr mal nach Büroschluss irgendwo zwischen Shinjuku, Shibuya, Harajuku oder Ikebukoro mit der Yamanote Line oder Ueno Line(?), also S-Bahn. Da kommt es mitunter noch vor, dass ein Bahnangestellter die Kunden in den Zug drückt, damit die Türen schliessen.

    Ansehen: das werden andere besser als ich können, wie die Schreine hiessen, die ich mir am Anfang angesehen habe, weiss ich gar nicht mehr. Aber Fischmarkt (solange es noch geht - soll ausgelagert werden), Park um den Kaiserlichen Palast, Yoyogi Park, Aussicht vom Mori Tower, Aussicht von der Stadtverwaltung in Shinjuku, Stühle auf der Ginza am Wochenende, Beleuchtung der Ginza am Abend, Shibuya Crossing am frühen Abend kann ich wirklich empfehlen. Und geh mal die Boutiquen-Strasse Omotesando ganz ab: sehr interessante Architektur bei den Häusern der Luxusmarken und ein gut gemachtes Shoping Center, dazu völlig verrückte Jungendkultur in Jingumae. Und schau Dir eines der riesigen Kaufhäuser (am besten das Traditionshaus Isetan in Shinjuku) an, insbesondere die völlig irre Lebensmittelabteilung im Keller.

    Essen: Ich fahre nicht nach Tokyo um dort womöglich sehr gut und teuer Französisch oder Italienisch Essen zu gehen. Also bleibt dann nur fades Allerweltsessen um satt zu werden oder Japanische Küche. Hier hast Du das Problem, dass Du entweder in gehobener Preisklasse mit Englischer Speisekarte dinieren kannst (was, wenn man allein reist, immer ein wenig Überwindung bedarf - wir waren zuletzt im Omae XEX, das war sehr gut und das Teppanyaki im Grand Hyatt gehört zu den Besten der Stadt) oder halt sehr preiswert und womöglich trotzdem gut in einem Lokal, wo Dich keiner versteht, Dir keiner erklären kann, was Du da isst und Du nur auf Grund von Plastiknachbildungen der Speisekarte im Schaufenster auswählen kannst. Es bedarf schon einer Portion Abenteuergeist. Aktuelle Empfehlungen und Reservierungen für die erste Gruppe kann Dir am besten Dein Hotelconcierge geben. Für Geheimtipps unter der zweiten Gruppe benötigst Du einen Kontakt vor Ort mit local Knowledge. Ich schaue mir dann immer tagsüber in den Restaurantetagen der Kaufhäuser und am Abend den Restaurantetagen der grösseren Bahnhöfe (wo nur ein Vorhang ist, öffnen, es könnte ein uriges Speiselokal sein) die Plastikauslagen und Warteschlangen an.

    Ausgehen: auf das sehr japanische Ausgehviertel in Shinjuku haben andere bereits hingewiesen. Durchaus englischsprachiger/internationaler ist Roppongi, aber ich empfinde als Alleinreisender den Hindernislauf um aufdringlche Doormen (es gibt auf der zentralen Roppongi Crossing sogar einen Abfallbehälter speziell für "unerwünschte Visitenkarten") und Prostituierte von Jahr zu Jahr als schlimmer. Aber es gibt auch noch einige richtige Kneipen dort mit gemischtem und internationalem Publikum, wie das "Geronimo's" (macht auf Hardrockkneipe; direkt an der Roppongi Crossing, rechte Seite in Richtung Roppongi Hills, Eingang neben einem kleinen Kiosk) oder etwas gepflegter und jünger das "Heartland" (unter dem Grand Hyatt) oder, wenn Du einfach nur mal wieder kommunizieren möchtest, die "Ex German Snack Bar" (ich hab's nicht so mit Deutschtümelei, bin aber dorthin mitgenommen worden und fand es ganz ok - die Deutschen Expats treffen sich dort und nicht im "Bernd's") nahe dem Ritz Carlton.

    http://www.cntraveller.com/guides/asia/japan/tokyo/where-to-stay
    http://www.travelandleisure.com/travel-guide/asia
    Zu Osaka kann ich nur vom Sheraton abraten! St. Regis ist sehr günstig gelegen für Shopping, Stadttouren und Ausgehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. August 2014
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    Leute! Ich bin mir sicher, daß Ihr Eure Zeit nicht gestohlen habt, deshalb erstmal erneut meinen herzlichsten Dank für eine so ausführliche Hilfe, n_w_c und alle anderen!

    Globetrotter74, Dein Hinweis auf Anfang Dezember kommt genau im richtigen Moment, nachdem mir nicht nur oben in #4 von xcirrusx, sondern nun auch offline - sehr eindringlich - etwas Vernunft angetragen wurde, schließlich könne man mit den in Schnäppchen-C gegenüber F ersparten Meilen bspw. zweimal die amerikanischen Verwandten in Schnäppchen-C heimsuchen ("huhu, wir kommen jetzt alle drei Monate!"). Außerdem ist ja zumindest die Füssel-C garantiert, wenn ich das richtig sehe.
    Das ginge dann in der ersten Dezemberhälfte. Lt. Klimatabelle sieht das ja auch mit den Niederschlägen sehr gut aus. Ich nehme an, daß Du keine Behinderungen durch Schnee u.ä. erlebt hast.
    Um den entscheidenden Pflock einzuschlagen, werde ich kurzfristig buchen.

    So, und nun werde ich eine Akte anlegen (dann siehts immer so aus, als würde ich arbeiten, muß nur aufpassen, nicht ständig vor Freude blöd zu grinsen) und Eure Beiträge mal schön auseinandernehmen und handschriftlich nach Themengebieten sortieren...
    Von Euren Angeboten, nachzufragen, werde ich in den nächsten Wochen dankend Gebrauch machen (kann mich der Planung leider nicht durchgehend widmen ;-), ist ja aber auch noch lange hin)
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. August 2014
  14. Bozen

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    @ n_w_c: "the touch down produced a vertical acceleration of +2.8G rendering the touch down the second hardest landing of an A346 ever following the +3.09G landing of Iberia in Quito"
    Jo, in UIO hatte ich auch schon zweimal Spass, darunter den dramatischten Landeanflug meines Lebens (nachts bei Gewitter und Sturm - und ich hatte die Landebahn mit ihrem Ende an einer stark befahrenen Strassenkreuzung schon im hellen gesehen...). Man muß ja nicht immer wieder die selben Spässe machen ;-). Haneda wird es aber sowieso wg. 748.
     
  15. Bozen

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    Hierob entspann sich ungefähr folgender nächtlicher Dialog:

    +1 (das Licht nochmal anmachend, genervt):
    "Was kicherst Du die ganze Zeit?"

    Bozen:
    "Einer der Vielflieger, von denen ich Dir erzählt habe, überlegt, ob es mir gefallen würde, eine Nacht in einer Schublade in die Wand geschoben zu verbringen."

    +1 (erschreckend sachlich):
    "Und - würde es?"

    Bozen:
    :shock:

    +1 (leicht drohender Unterton):
    "Wenn nicht, dann schlaf jetzt!"
    (grummelnd):
    "fährt allein nach Tokio und schläft in Schubladen ... Männer ... Internet..."
     
  16. Bozen

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    448 Reihe 10 (Bulkhead) Platz D oder G für Alleinreisenden ist primstens, oder?
     
  17. Bozen

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    Falls einer der Erfahrenen nochmal kurz ran mag:
    Ich möchte eine knappe Woche bleiben. Gibt es einen wesentlichen Unterschied bei der Frequentierung von Sehenswürdigkeiten und Zügen zwischen Wochentagen und Wochenenden (Ende Nov. - Anfang Dez.)? Ggf. würde ich meine An- und Abreise auf das Wochenende legen, wenn unter der Woche weniger Gewühl herrschen sollte.

    Bei der Hotelwahl bin ich entsprechend der Prognose von n_w_c gleich um zwei Stufen kleinlauter geworden, nämlich auch, weil nun definitiv Meilen in F verbraten werden.
    Über eine Einschätung des Capitol http://www.capitolhoteltokyu.com/en/ würde ich mich freuen. Die Lage scheint mir interessant (quasi mit U-Bahnstation im Keller), Preise und Zimmergröße und -ausstattung scheinen in einem sehr guten Verhältnis zu stehen.

    Nochmals herzlichen Dank!
     
  18. sowas

    sowas Gold Member

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    Jedesmal wenn ich in Tokio bin ein absolutes Pflichtprogramm: Ein Tonkatsu im Tonki restaurant essen. Frittiertes Schweinekotelett hört sich nicht nach etwas Besonderen an, aber bei Tonki ist es das.

    http://www.youtube.com/watch?v=9ctqmQ41h0U
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2014
  19. no_way_codeshares

    no_way_codeshares Diamond Member

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    Ich glaube da mal gewesen zu sein, muss aber 10 Jahre oder mehr her sein.
    Damals war es eine ziemliche Enttäuschung (bis auf die Lage), aber es ist seither wohl umfangreich renoviert worden und die Fotos und Tripadvisor-Kritiken sehen sehr gut aus.
    Halte ich für eine gute Idee und bitte um kurze Info hinterher, ob es sich lohnt.
     
  20. Bozen

    Bozen Nach Verwarnungen dauerhaft verreist
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    Besten Dank.
    Mein feedback ist Euch sicher.
     

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